Scania hat seinen dritten Semax Stapler erworben. Der Stapler dient dazu, fertigmontierte LKWs aus der Produktionshalle zu rangieren. Kein anderer Stapler vermag diese Aufgabe in dem begrenzten Arbeitsumfeld der Fabrik zu erfüllen. Seit gut einem halben Jahr verlässt Scanias neues S-Modell die Chassis-Fabrik in Södertälje.

LKWs sind selten tiefgreifenden Modellveränderungen unterworfen. Scanias neues S-Modell wurde daher bei seiner Markteinführung stark beachtet. U.a. bekam dieses Modell die internationale Auszeichnung „Årets bil“.

Die Produktion läuft jetzt auf Hochtouren und knapp jede siebte Minute verlässt ein fertiger LKW das Band. Gefertigt werden zwei- und dreiachsige Zugmaschinen sowie fertige LKWs. Auf der letzten Station wird der Motor gestartet, die Wagen verlassen die Produktion und fahren mit eigener Kraft auf den Parkplatz für Neuwagen.

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Aber nicht immer können oder dürfen die LKWs selbst fahren. In diesem Fall rangieren schwere batteriegetriebene Stapler die fertiggestellten LKWs. Für diese Aufgabe verwendet Scania den einzigartigen Semax-Stapler. Deshalb hatte Scania neulich den dritten Semax-Stapler gekauft.

Das Konzept der Semax-Stapler wurde in den 1980iger Jahren entwickelt. Hauptmerkmal war, den Hubmast hinter statt vor der Fahrerkabine anzubringen. Dies verschafft dem Fahrer eine sehr gute Sicht. Gleichzeitig wird der Stapler auf Grund des geringeren Achsabstandes kürzer.

Der LKW wird auf einen Platz in der Werkhalle gefahren, wo er nach den speziellen Wünschen des Kunden ausgerüstet wird. Der Staplerfahrer heisst Kjell Pettersson.

Der batteriegetriebene 12-t-Stapler bei Scania, ein Semax GG120H-E, hat einen Achsabstand von 2,50 Meter. Der Wenderadius beträgt nur 3,70 Meter.

”Der Platz in der Werkstatt ist begrenzt. Hier drinnen können wir nur mit einem Semax Stapler rangieren. Wir haben andere Stapler ausprobiert, aber das funktionierte nicht,“ sagt Kim Frykman, bis vor kurzem verantwortlich für interne Transportabläufe in der Chassis Fabrik in Södertälje.

Scanias Semax-Stapler haben keine Gabeln. Die Gabeln inkl. -wagen sind ersetzt worden durch eine Hubvorrichtung, die an die Bugsiervorrichtung an der Vorderseite des LKWs gekoppelt wird. Kim Frykman und der Staplerfahrer und Rangiermeister Kjell Petterson zeigen, wie ein neuproduzierter LKW, der in die Chassisfabrik zurücksoll, an den Stapler gekoppelt wird.

Neben der Montage befinden sich einige Werkstätten für Reparaturen und Spezialanfertigungen. Alle Fahrzeuge kommen nach der Fertigung zuerst auf den Parkplatz. Einige LKWs kommen dann wieder nach und nach zurück in die Werkstatt für Spezialanfertigungen oder auch zur Reparatur.

Am Ende der Montage stehen zwei komplett neu gefertigte Fahrzeuge.

Kjell Pettersson hebt das Fahrzeug an der Vorderachse vom Boden, der Stapler fährt mit dem Fahrzeug im Schlepptau zurück in die Werkstatt. Er kann leicht den Rangierwinkel der Verbindung einstellen und so den Schleppzug ohne Probleme in der engen Werkhalle steuern.

Der neue Semax-Stapler, der im Januar an Scania ausgeliefert wurde, ist mit einer Videokamera ausgestattet, damit der Schleppzug auch bei Rückwärtsfahrt leicht zu manövrieren ist. Die Lieferung der Semax-Stapler an Scania ist ein Joint-Venture mit Linde und Toyota, die beide eine Staplerwerkstatt auf dem Fabriksgelände haben.

Das Semax-Konzept wurde in den 1980-iger Jahren zur Marktreife entwickelt. Die Grundidee, den Hubmast hinter der Fahrerkabine anzubringen, hatte neben der „Weitsicht“ weitere entscheidende Vorteile. Der Hubmast wirkte auch als Gegengewicht, so dass sowohl Länge als auch Achsabstand verringert werden konnten. Ein Semax, gleich ob mit Gabeln oder Klemmen ausgerüstet, kann auch mit Teleskopvorschub versehen werden. Dies erleichtert durch die Punktgenauigkeit des Handlings das Be- und Entladen der Ladeflächen.

Seit Beginn sind mehrere hundert Semax-Stapler ausgeliefert worden. Die Mehrzahl der heute gefertigten Stapler sind batteriegetrieben.

An dieser Station, an der die in Oskarshamn gefertigte Fahrerkabine montiert wird, erfolgt das Andocken an das Chassis des LKWs.